Warnhinweise in Bedienungsanleitung normgerecht gestalten und platzieren
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Heute geht es weiter mit meiner Mini-Serie zu ‚Sicherheit‘ in Bedienungsanleitungen. Als Letztes besprechen wir, wann ein hervorgehobener Hinweis bei einer Tätigkeit dringend erforderlich ist, welchen Anforderungen er genügen muss und wie er gestaltet sein sollte. Ich unterscheide dabei die allgemeinen ‚Sicherheitshinweise‘ am Anfang einer Bedienungsanleitung sprachlich von den ‚Warnhinweisen‘ bei den Tätigkeiten. Wieder wende ich mich an KMU, an kleinere Unternehmen oder Startups.
Basis für die Ausführungen ist natürlich eine Richtlinie, die DIN EN 82079-1. Dort können Sie sich bei Unklarheiten vergewissern.
Im Folgenden geht es um:
Die Einschätzung der Gefahr
Gefahrenstufen und Warnsymbole
Platzierung der Warnhinweise
Wie werden Warnhinweise richtig gestaltet?
Gefahrenstufen und Warnsymbole werden ermittelt nach der SAFE-Methode. Zugrunde liegt die im ersten Beitrag besprochene Risikoanalyse https://www.technikverstndlich.de/post/sicherheitshinweise-in-bedienungsanleitungen.
Die SAFE-Methode für Warnhinweise
Eines sollten Sie von vorneherein in Ihre Überlegungen einbeziehen.: Die SAFE-Methode oder auch SAFER-Methode - den Unterschied erkläre ich gleich - ist ein Schema, eine Hilfestellung. Falls Sie abweichen wollen, aus guten Gründen, dann tun Sie das.
Die Gestaltung basiert auf ANSI Z535. ANSI (American National Standards Institute), eine amerikanische Norm die international in die ISO 3864 übernommen wurde.
Die fünf Schritte der SAFE(R)-Methode
Prägen Sie sich die Vorgaben ein, die Überlegungen, die Sie anstellen sollten. Und die letztlich zu den Warnhinweisen führen.
S – Ein Signalwort verwenden; es soll aufmerken lassen.
A – Art und Quelle der Gefahr angeben.
F – Die Folgen der Gefahr nennen, falls der Warnhinweis nicht beachtet wird.
E – Wie kann man der Gefahr entkommen, was sollte man tun.
(R – Was ist zur Rettung erforderlich, falls die Gefahr eingetreten ist.)
Letzteres (R=Rettung) können Sie ergänzen, als Erste Hilfe sozusagen.
Das Signalwort lässt aufmerken und informiert zudem über die Schwere der Gefahr. Ich habe gleich die passenden Symbole mit eingefügt:

Welche Gefahrenstufe passt zum Warnhinweis?
Zu Gefahr (Danger): Berühren einer Starkstromleitung, Fön in der Badewanne ...
Zu Warnung (Warning): Öffnen eines Gerätes, ohne es vom Netz zu nehmen; Mikrowelle bei Feuer im Innern öffnen ...
Zu Vorsicht (Caution): Wasserkocher bis zum Anschlag mit Wasser füllen, Netzstecker biegen ...
Zu Hinweis (Notice): Lüftungsöffnungen am Monitor nicht bedecken; beim Falten des Fahrradanhängers Wimpel entfernen, damit er nicht bricht ...
Welche Varianten von Warnhinweisen gibt es?
Vieles ist außer den hier beschriebenen Beispielen möglich. Recherchieren Sie und suchen Sie sich die Variante aus, die Ihnen am besten passt.
Als Text

Quetschgefahr zwischen Bremsscheibe und Bremsbelägen!
Schwere Verletzungen an Händen oder Verlust einzelner Finger.
Nicht zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag greifen.
In einem auffälligen Kasten

Warnhinweise im Team besprechen
In meiner Zeit in der Technischen Redaktion eines Industrieunternehmens habe ich mich oft mit Kollegen besprochen oder involvierten Technikern, falls ein (neuer) Sicherheitshinweis in ein Dokument eingefügt werden sollte. Diskutieren Sie Fälle!
Beispiel: Eine Person steigt in eine Kabine (einer Seilbahn), sie trägt einen Rucksack. Das Gefahrenpotential: Sie könnte beim Einsteigen in der schließenden Tür hängen bleiben.
Frage: Wie gefährlich kann das sein für die Person? Wie sollte der Warnhinweis gestaltet werden? Ist nicht Ihre Baustelle? Dann überlegen Sie sich Beispiele Gefahrenherde zu Ihren Maschinen oder Geräten.
Tipp: Wenn Sie als kleines Unternehmen oder Startup ihre Bedienungsanleitung selbst verfassen, so stellen Sie sich nach und nach darauf ein. Es gibt eben nicht die eine allgemein gültige Vorlage, nach der Sie sich richten können. Insbesondere was den Sicherheitsbereich betrifft, ist es immer, wie eben beschrieben, ein Abwägen. Also ein Lernprozess.
Wo werden Warnhinweise in der Bedienungsanleitung platziert?
Ich habe die Frage zur Platzierung der Warnhinweise bereits in meinem letzten Blogbeitrag aufgeworfen und beantwortet.
Allgemeine Sicherheitshinweise stehen am Anfang
Allgemeine Sicherheitshinweise gehören vorne in die Anleitung. Denn der Nutzer soll hier vorab informiert werden über mögliche Gefahren. Hier kann man auch die Symbole für die Warnhinweise erläutern. Am besten in einem übersichtlichen Kasten.
Warnhinweise direkt bei der Tätigkeit platzieren
Bevor Sie Warnhinweise gestalten, überlegen Sie, ob Sie nicht während der Handlungsschritte warnen. Das hat den Vorteil, dass der Monteur, die Technikerin direkt bei den Handlungsschritten gewarnt wird. Und ist rechtlich abgesichert. Lesen Sie nach: https://www.technikverstndlich.de/post/warnhinweise-in-bedienungsanleitungen-zweckm%C3%A4%C3%9Fig-einsetzen
Warnhinweise vor der Tätigkeit platzieren
Beim üblichen Vorgehen setzt man Warnhinweis dick und fett vor die Handlungsschritte, wie oben besprochen. Vorteil: Die darauffolgende Handlungsanweisung (meist Schritt für Schritt) wird unter der Sicherheitsbedingung erfasst.
Sicherheitshinweise in die Praxis bringen - ich unterstütze Sie!
Bei sicherheitsrelevanten Informationen gibt es nicht immer die eine richtige Vorlage. Entscheidend ist, die konkrete Situation zu betrachten und die Informationen so aufzubereiten, dass sie für die Nutzer verständlich und anwendbar sind.
Wenn Sie Ihre Bedienungsanleitungen selbst erstellen, aber bei der Gestaltung von Sicherheitshinweisen unsicher sind, unterstütze ich Sie. Ich überprüfe Ihre vorhandenen Informationen und gemeinsam entwickeln wir sinnvolle Lösungen
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[Der Text ist von mir. ChatGPT hat mir bei SEO, Titel und teilweiser Überarbeitung der Zwischenüberschriften geholfen.]




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