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Öko-Landwirtschaft nicht klimafreundlicher als konventionelle

vor 7 Tagen
4 Min. Lesezeit

Geht es dir nicht auch so: Du bevorzugst Lebensmittel in der Bio-Version. Für mehr Qualität und mehr Klimaschutz. Das allgemeine Verständnis lautet ja auch: Bio ist gut. Konventionell ist schlecht. Doch trifft das wirklich zu? - Weltweite Forschungsergebnisse widersprechen der Aussage. Öko-Landwirtschaft ist nicht klimafreundlicher.


Bei CO₂-Emissionen und dem Wasserverbrauch gibt es zwischen konventionell und ökologisch so gut wie keine Unterschiede. Der biologische Anbau schneidet bei Wasserverschmutzung und Landnutzung sogar schlechter ab. Denn biologischer Anbau hat geringere Erträge und beansprucht daher mehr Land.


Bleibt schon mal festzuhalten: Ökologischer Landbau ist von Umwelt- und Klimaschutz dem konventionellen nicht überlegen.

Die Unterschiede:

  • Konventionell braucht mehr Chemie.

  • Bio braucht mehr Landfläche.

  • Pflanzliche Produkte sind wichtiger als Regionalität


Im Folgenden gebe ich einen Artikel von Hannah Ritchie wieder – gekürzt und an meinen Schreibstil angepasst. Erschienen ist er auf der Plattform Our World in Data. Den Link dorthin setze ich am Ende meines Artikels. Statistisch beruht der Beitrag auf Daten aus einer Metaanalyse von 100 Studien (Fatemeh Hashemi und Kollegen).


Ökologische Landwirtschaft weniger toxisch – abgesehen von einigen Ausnahmen


Der ökologische Landbau schneidet bei der Kennzahl 'Ökotoxizität' fast immer besser ab. Die Kennzahl misst, wie schädlich chemische Einsatzstoffe, meist Pestizide, für die lokale Umwelt sind: für Pflanzen, Insekten und Wasserlebewesen.


Doch Vorsicht, es gibt auch toxische Stoffe, die für Bio zugelassen sind. Und zwar Chemikalien wie Kupfersulfat. Hier wies die biologische Landwirtschaft eine höhere Toxizität auf, allerdings nur in einigen Studien.


Ökologisch führt teils zu mehr Artenvielfalt. Konventionell nutzt Landfläche besser


Der ökologische Landbau führt wiederum zu einer größeren Artenvielfalt., bei Pflanzen, Insekten und Vögeln. Das trifft besonders auf einzelne Felder zu. Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: Der gute Effekt lässt nach, betrachtet man den ganzen Betrieb oder die nahe Umgebung.


Punkten kann die konventionelle Landwirtschaft wiederum bei der effektiven Nutzung der Flächen. Sie erzielt höhere Erträge, sowohl bei pflanzlichen als auch tierischen Produkten, so dass weniger Fläche benötigt wurde - durchschnittlich 64 Prozent.


Diagramm über Flächenverbrauch von Öko-Landwirtschaft und konventioneller
Unterschied durchschnittlicher Flächenverbrauch zwischen Bio- und konventionellen Produkten; ein Punkt entspricht einer Studie. Die graue Linie markiert den Punkt, an dem der Flächenverbrauch zwischen Bio- und konventionellen Systemen gleich wäre. Quelle: Our World in Data. Hashemi et al. (2024)

In der Summe kein Unterschied zwischen ökologisch und konventionell


Der ökologische Landbau schneidet besser ab bei CO₂-Emissionen sowie bei der Wasserverschmutzung, insbesondere bei Versauerung der Böden und dem Eindringen von Nährstoffen (Eutrophierung).


Doch Biobetriebe produzieren weniger, daher verschwinden die Vorteile. Das bedeutet, dass in 100 Studien kein Unterschied zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft festgestellt wird, bei Treibhausgas, Versauerung und Eutrophierung.


Wichtig ist, welche Produkte wir essen


Was die Regionalität von landwirtschaftlichen Produkten betrifft: Will man den CO2-Fußabdruck reduzieren, so ist es wichtiger, was man ist und nicht, woher es kommt. Denn der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Produkten ist bedeutsamer als der Transport, mithin die Regionalität.


Vergleich Erbsen und Rindfleisch


Der CO₂-Fußabdruck zwischen Bio-Erbsen oder herkömmlich angebauten kann bis zu 50 Prozent betragen. Allerdings: Je nach Ort betrifft das die Bio- Erbsen oder welche aus konventionellem Landbau.


Ganz anders ist das, vergleicht man Erbsen mit Rindfleisch: Wählst du Rindfleisch, erhöht sich dein CO₂-Fußabdruck um 3.300 bis 10.000 Prozent.


Vergleich Bio-Hühnerfleisch und Bio-Rindfleisch


Vergleicht man tierische Produkte ist der Unterschied zwischen Bio- und konventionellem Hühnerfleisch weniger entscheidend als die Wahl von Hühnerfleisch anstelle von Rind- oder Lammfleisch.


Hier möchte ich auf meinen Beitrag hinweisen, in dem aufgezeigt wird, dass Tierwohl und Klimaschutz nicht unbedingt Hand in Hand gehen. Hühnerfleisch ist weniger schädlich für Umwelt und Klima. Doch Rinder und Lämmer werden besser gehalten: Tierwohl und Klimaschutz.

Ich bin keine Vegetarierin, doch seit ich mich mit dem Dilemma beschäftigt habe, esse ich nur noch selten Hühnerfleisch.


Fußabdruck von Öko-Tomaten hängt vom Standort ab


Auch kann der Anbau von Bio-Tomaten an einem Standort einen doppelt so hohen CO₂-Fußabdruck haben als an einem anderen. Einige Produktionsfaktoren spielen eine Rolle: Klima, Bodenqualität, Anbaumethoden. Das kann die Unterschiede zwischen biologischen und konventionellen hinter sich lassen.


Mehr genutztes Land bedeutet weniger Klimaschutz


Der größte Nachteil der ökologischen Landwirtschaft liegt darin, dass sie mehr Land benötigt. Das bedeutet weniger Artenvielfalt, und mehr Kohlenstoff. Doch das wird kaum problematisiert.


Denn wird Wald oder Graslandschaft in Ackerland oder Weide umgenutzt, so gehen Pflanzen und Tiere verloren. Ebenfalls wird weniger Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden.


Daher ist es sinnvoller bereits bestehendes Ackerland zu nutzen.


Konsequent ökologischer Landbau führt zu weiger Klimaschutz


Das Szenario


Würden etwa England und Wales komplett auf ökologischen Landbau setzen (siehe Laurence Smith und Kollegen), so hätte das Folgen für die ganze Welt. Ja, die Treibhausgasemissionen würden sinken.


Allerdings gäbe es weniger Erträge und was fehlte, müsste importiert werden. Dadurch würden die schlechten Klimaauswirkungen steigen.


Die Weltbevölkerung ist auf Kunstdünger angewiesen


Das sind die Umweltauswirkungen. Doch wie sind die Auswirkungen auf die Menschen?


Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist auf Kunstdünger angewiesen. Würde nur noch Bio-Landbau betrieben, würde es auch an Stickstoff mangeln, um die Menschen zu ernähren.


Diagramm zum Erzeugen von Treibhausgas bezogen auf landwirtschaftliche Produkte
Ausstoß von Treibhausgas bezogen auf die landwirtschaftlichen Produkte. Quelle: Our World in Data. Poore and Nemecek (2018)

Weniger Landnutzung durch mehr pflanzliche Ernährung


Fast die Hälfte der bewohnbaren Landfläche der Erde wird landwirtschaftlich genutzt. Die Ausdehnung hat über Jahrtausende rund ein Drittel der ehemals bewaldeten Flächen der Welt verdrängt. Wenn wir die verbliebenen Wälder und natürliche Lebensräume erhalten wollen, muss weniger Land für die Landwirtschaft genutzt werden. Ökologischer Landbau hätte den entgegengesetzten Effekt.


Denn würde die Welt zu einem hundertprozentigen biologischen Anbausystem übergehen, müssten wir weitaus mehr Wald und natürliche Lebensräume in Ackerland umwandeln.


Was hilft: Der beste Weg ist die Umstellung auf pflanzliche Ernährung, die weniger Fläche verbraucht.


 

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