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Energieverbrauch von KI: Warum einzelne Chatbot-Anfragen kaum ins Gewicht fallen

Aktualisiert: vor 1 Tag

Der Energieverbrauch von KI steht zunehmend im Fokus. Besonders ChatGPT, Gemini und andere KI-Systeme gelten als Stromfresser. Doch wie hoch ist der Energieverbrauch wirklich?


Wie hoch ist der Energieverbrauch von KI?


Eine einzelne ChatGPT- oder Gemini-Anfrage verbraucht meist nur etwa 0,2 bis 0,3 Wattstunden Strom. Den größten Energiebedarf verursachen nicht einzelne Anfragen, sondern der Betrieb und das Wachstum von Rechenzentren. Entscheidend für die Zukunft sind Energieeffizienz und erneuerbare Energien.


Wie hoch ist der Energieverbrauch von Rechenzentren?


Ja, künstliche Intelligenz beschleunigt den Bedarf an Rechenzentren, mithin den weltweiten Energieverbrauch.. Daraus folgt, dass wir uns Sorgen machen um die Umwelt – und um das Klima durch den CO2-Ausstoß. Doch auch die lokale Stromversorgung könnte gefährdet sein. Nicht zuletzt die Weiterentwicklung der Technologie KI selbst.


Im vergangenen Jahr haben Rechenzentren 1,5 Prozent (485 Terawattstunden) der weltweiten Stromerzeugung verbraucht, davon kamen 0,5 Prozent auf KI-spezialisierte Rechenzentren.


Wie viel Strom verbrauchen KI-Rechenzentren?


Die Rechenzentren sind geografisch sehr konzentriert. In den USA verbrauchten sie fast 5 Prozent des Stroms, in einigen Bundesstaaten waren es mehr als 20 Prozent. In Europa sind es 1,6 Prozent, mehr als 20 Prozent entfallen allerdings auf Irland mit seinen Datenzentren.

Insgesamt sei überraschend, dass KI-spezialisierte Rechenzentren insgesamt weniger Energie verbrauchen als solche, die nicht auf KI ausgerichtet sind. So Hannah Ritchie in ihrem Artikel auf der Plattform Our world in Data Doch es werde prognostiziert, dass das nicht so bleibe.



Grafik zum Energieverbrauch von Rechenzentren
Quelle: OWID: International Energy Agency (2025, 2026), Ember 2026

Wofür benötigt KI Energie?


Der Stromverbrauch von KI betrifft sowohl das Training der Modelle als auch deren Betrieb. Allerdings bleibt das Training eher im Dunkeln, denn Technologieunternehmen geben darüber selten Auskunft. Geschätzt wird, dass der Energiebedarf überwiegend durch den Betrieb nach dem Training (Inferenz) bestimmt wird.


Da fallen ins Gewicht:

       

  • Stromverbrauch der Server

  • Kühlung, Beleuchtung und andere Maßnahmen

  • Online Banking, Messenger-Dienste ...


Nicht enthalten ist der Energieverbrauch unserer Geräte – wie Laptop, PC oder Smartphone. Das Equipment also, mit dem wir auf KI zugreifen.


Wie viel Strom verbraucht eine ChatGPT-Anfrage?


Genaue und aktuelle Zahlen zum Energieverbrauch von künstlicher Intelligenz seien schwer zu finden, so Hannah Ritchie. Die meisten Technologieunternehmen veröffentlichten dazu keine detaillierten Analysen.

Wie schaut es - beispielsweise - aus beim Stromverbrauch von ChatGPT und Stromverbrauch von Gemini:

       

  • Textfrage an Gemini: Google schätzte 2025, dass eine Textfrage an Gemini etwa 0,24 Wattstunden (Wh) Strom verbraucht. Zum Vergleich: Das ist die Energiemenge, die eine Mikrowelle in weniger als einer Sekunde oder ein Fernseher in zehn Sekunden verbrauchen würde. 

  • Textfrage an ChatGPT: Auch OpenAI lag bei einer ähnlichen Zahl von etwa 0,34 Wh Verbrauch.


Das Forschungsinstitut EpochAI legt eine unabhängige Schätzung von etwa 0,3 Wh für eine „typische“ ChatGPT-Abfrage vor.


  • Lange bis sehr lange Abfragen an Chatbots: Eine lange Abfrage, etwa 7.500 Wörter, braucht laut EpochAI etwa 2,5 Wh. Eine sehr lange Abfrage – 75.000 Wörter, 40 Wh.


Grafik zum Energieverbrauch von Chatbots
Datenquelle: AI text query estimates from EpochAI (2025). Weitere Schätzungen im OWID-Artikel, Link siehe weiter oben

Beispiele für Gespräche mit dem Chatbot


7.500 Wörter das sind umgerechnet ungefähr 25 Seiten, also eine sehr umfangreiche Unterhaltung mit dem Chatbot. Der Stromverbrauch entspricht wie oben angeführt 2,5 Wh. Das entspricht dem Betrieb eines Laptops für 5 Minuten oder 1 Sekunde Dusche mit elektrisch erwärmtem Wasser.


75.000 Wörter sind schon eine ganze Menge, entsprechen einem Buch von 250 bis 300 Seiten. Ich nehme an, dabei geht es hauptsächlich um Unterlagen, die der KI übermittelt werden. Der Energieverbrauch liegt, wie gesagt, bei 40 Wh. Das entsricht 2 mal Aufladen eines Smartphones oder eine halbe Stunde fernsehen.


Fazit


Alle Werte zum Energieverbrauch im Vergleich mit unserem täglichen Stromverbrauch, genauer dem Verbrauch eines durchschnittlichen Haushalts, sind relativ gering, insbesondere in Ländern mit hohem Einkommen.


Was ich nicht betrachtet habe ist der Stromverbrauch bei KI-generierten Bildern.


Wie entwickelt sich der Energieverbrauch von KI in der Zukunft?


Der künftige Bedarf wird von einer Reihe von Faktoren abhängen:

      

  • Nachfrage der Nutzer.

  • Verbesserung der Effizienz von Chips und anderer Hardware.

  • KI-konzentrierte Rechenzentren können sich, möchte ich anfügen, selbst optimieren. Eben durch KI-Steuerung effektiver werden.


Der Energieverbrauch einzelner Chatbot-Anfragen wird gering bleiben. Auch werden weltweit Rechenzentren einen relativ geringen Anteil am gesamten Stromverbrauch ausmachen, so Hannah Ritchie.


Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, ob die Stromnetze den Nachfrageanstieg bewältigen. Gleichzeitig müssten die Emissionen und lokalen Preise unter Kontrolle gehalten werden.


Mehr Energieeffizienz und Strom aus Erneuerbaren


Die betrachteten Zahlen messen den Stromverbrauch, nicht die CO₂-Emissionen. Ausschlaggebend wird es sein, die Emissionen im Zaun zu halten. Durch mehr Energieeffizienz und sauberen Strom, die Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne.


Die Daten, die meinem Blogbeitrag zugrunde liegen habe ich hauptsächlich dem Artikel von Hannah Ritchie entnommen. Schau dich doch mal um auf der Plattform Our World in Data, Du wirst erstaunliche Entdeckungen machen. Hier ist einer der Blogbeiträge, die ich auf Basis von OWID-Daten verfasst habe: Warum Batterien heute 99 % günstiger sind – und Elektroautos erst möglich machen


Oder interessiert dich die Arbeit an effizienteren Chips? Dann schau dir meinen Artikel an: Chip denkt wie ein Mensch - und spart enorm Energie ein


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